GHS-Gefahrstoffpiktogramme: alle 9 Symbole erklärt.
Seit dem 1. Juni 2017 sind die rot-weißen GHS-Piktogramme in der EU verbindlich. Hier erfahren Sie, was jedes Symbol bedeutet, wie Stoffe eingestuft werden und welche Prioritätsregeln bei mehrfacher Kennzeichnung gelten.
Was sind GHS-Gefahrenpiktogramme?
Seit dem 1. Juni 2017 müssen alle Produkte, die gefährliche Stoffe enthalten, mit den rot-weißen GHS-Gefahrstoffsymbolen gekennzeichnet sein. Jedes Piktogramm besteht aus einer roten Raute, einem weißen Hintergrund und einem schwarzen Symbol, das die Art der Gefährdung auf einen Blick kommuniziert.
Die Piktogramme basieren auf dem Globally Harmonized System (GHS) der Vereinten Nationen und sind in der EU durch die CLP-Verordnung (EG) 1272/2008 verbindlich. Sie sind weltweit einheitlich und ermöglichen eine schnelle Gefahrenkommunikation unabhängig von der Sprache.
Die 9 GHS-Piktogramme im Überblick
GHS01
Explosiv
Stoffe, die unter bestimmten Bedingungen explodieren können. Beispiele: Feuerwerkskörper, Munition, bestimmte organische Peroxide.
GHS02
Entzündbar
Hohe Brandgefahr, besonders in der Nähe von Wärme- oder Zündquellen. Beispiele: Benzin, Lampenöl, Nagellackentferner.
GHS03
Brandfördernd
Kann Brände und Explosionen verstärken, selbst nicht brennbar. Beispiele: Bleichmittel, Sauerstoff, Wasserstoffperoxid.
GHS04
Gas unter Druck
Druckgase können explodieren oder stark kühlen. Beispiele: Gasflaschen, Druckluftbehälter, flüssiger Stickstoff.
GHS05
Ätzend / Korrosiv
Verursacht schwere Verätzungen an Haut und Augen, kann Metalle angreifen. Beispiele: Abflussreiniger, Salzsäure, Schwefelsäure.
GHS06
Giftig
Bereits in kleinen Mengen gefährlich bis tödlich. Beispiele: Pestizide, Methanol, bestimmte Biozide.
GHS07
Gesundheitsschädlich (Ausrufezeichen)
Weniger schwere, akute Gesundheitsgefahren wie Hautreizung, Augenreizung oder Schläfrigkeit. Beispiele: Reinigungsmittel, Kühlmittel, manche Lösemittel.
GHS08
Gesundheitsgefährdend (chronisch)
Schwerwiegende chronische Gefährdungen: Karzinogenität, Mutagenität, Reproduktionstoxizität, Sensibilisierung. Beispiele: Benzol, Terpentin.
GHS09
Umweltgefährlich
Hochgiftig für Wasserorganismen, kann langfristig aquatische Ökosysteme schädigen. Beispiele: Pestizide, Biozide, Benzin.
Einstufungsprozess
Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender sind verpflichtet, ihre Stoffe und Gemische anhand der physikalischen, gesundheitlichen und umweltbezogenen Gefahreneigenschaften einzustufen. Die Einstufung bestimmt, welche GHS-Piktogramme und welche H-Sätze auf dem Produktetikett erscheinen müssen. Das Ergebnis wird im Abschnitt 2 des Sicherheitsdatenblatts dokumentiert.
Prioritätsregeln bei mehreren Piktogrammen
Um Etiketten nicht zu überfrachten, gelten fünf Prioritätsregeln, die festlegen, welche Piktogramme bei gleichzeitigem Vorliegen entfallen dürfen:
GHS01 (Explosiv) ersetzt GHS02 und GHS03
Explosive Stoffe tragen nur GHS01, nicht zusätzlich GHS02 oder GHS03.
GHS06 (Giftig) ersetzt GHS07
Bei akuter Toxizität Kat. 1-3 entfällt GHS07.
GHS05 (Ätzend) ersetzt GHS07 für Haut-/Augenreizung
Bei ätzenden Stoffen entfällt GHS07 für Reizwirkung.
GHS08 (Atemwegs-Sensibilisierung) ersetzt bestimmte GHS07-Kombinationen
Gilt bei gleichzeitiger Hautsensibilisierung nach Kat. 1.
GHS02/GHS06 machen GHS04 optional
Das Druckgaspiktogramm kann entfallen, wenn GHS02 oder GHS06 vorhanden sind.
GHS-Piktogramme im Gefahrstoffkataster
Im Gefahrstoffkataster werden die GHS-Piktogramme direkt aus dem Sicherheitsdatenblatt des Herstellers extrahiert. Dadurch zeigt das Kataster jederzeit die aktuell gültige herstellerspezifische Kennzeichnung, nicht eine generische Datenbankversion. Das ist entscheidend für die Rechtssicherheit bei Audits und Gefährdungsbeurteilungen.
FAQ
Häufige Fragen
Termin buchen
Erstgespräch & Demo
direkt hier buchen.
Kostenlos und unverbindlich. Wir zeigen Ihnen die Plattform live und geben eine erste Einschätzung für Ihr Gefahrstoffmanagement.